restauro – BES­ON­DERS – DIE RE­ST­AU­RIE­RUNG DER GE­BURT­SK­IR­CHE

Die Maßnahmen am Dach der Kirche sind weitestgehend abgeschlossen. „An einem solch heiligen Ort zu arbeiten, ist etwas ganz Besonderes“, resümiert Giammarco Piacenti aus Italien, der das Projekt umsetzt. Nicht nur deswegen, weil dabei auf die Pilgerinnen und Pilger Rücksicht genommen werden muss.

Doch dies ist im ganzen Projekt eher die kleinere Hürde gewesen. Im Vorfeld musste viel Verhandlungsarbeit über eine lange Zeit geleistet werden – die Zuständigkeiten liegen gleich bei drei christlichen Konfessionen. Seit dem 19. Jahrhundert gehören der Hauptteil und der Geburtsaltar der griechisch-orthodoxen Kirche; der Dreikönigsaltar und der Silberstern in der Grotte wurde den Katholiken zugeordnet und die armenisch-orthodoxe Kirche beansprucht das nördliche Querschiff.

Das Erhaltungskonzept für die gesamte Kirche wurde bereits 2010 verabschiedet, Ende letzten Jahres begannen die Arbeiten am Dach. Es stammt aus dem sechsten Jahrhundert und musste aufgrund eindringenden Wassers dringend behandelt werden. Die alten Bleiplatten hielten den zunehmenden, winterlichen Niederschlägen nicht stand, sodass das Wasser bereits in den Innenraum gelangen und dort vorhandenen Mosaiken schädigen konnte. Jetzt ist das Dach gesichert und die Konservierungsmaßnahemn an den Mosaiken können beginnen. Trotz der Betenden? „Ja, wir haben ein zurückhaltendes Gerüst installiert, das die Andacht der Gläubigen nur wenig beeinträchtigen soll“, so Piacenti. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis 2017 andauern.

Neben den drei Kirchenhäuptern arbeitet der Restaurator eng mit verschiedenen Institutionen zusammen. Prof. Claudio Alessandri von der Universität Ferrara fertigte ein 3-D-Modell des Baus an und analysierte die Bau-Materialien. Ein Forscherteam aus Kanada und Italien fand heraus, dass das verwendete Eichen- und Lärchenholz, das im Gebälk verwendet wurde, aus Norditalien und aus Anatolien stammte. Aus Italien stammen auch die neuen Balken, die nur die Elemente ersetzt haben, die wirklich nicht mehr statisch belastbar waren. „Es gilt die zurückhaltende Konservierung, die eine echte Herausforderung ist“, konstatiert der Restaurator.

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